Kapitel 1: Vorgehensweise bei VDO Tachographen (DTCO 4.1)
VDO-Geräte sind am weitesten verbreitet. Der Prozess erfordert Ruhe; Hektik führt oft zum Abbruch des Nachtragsmenüs. Folgen Sie diesem Ablauf:
- Karte in Schacht 1 stecken.
- Warten, bis Ihr Name und das Datum/Uhrzeit der letzten Entnahme erscheinen.
- Bei der Frage „Manueller Nachtrag?“ mit JA bestätigen.
- Das System zeigt den Zeitraum (von Entnahme bis jetzt). Stellen Sie sicher, dass das Symbol das „Bett“ (Ruhezeit) ist.
- Mit OK bestätigen, bis „Eingaben bestätigen?“ erscheint. Drücken Sie JA.
Kapitel 2: Prozess bei Stoneridge Tachographen (SE5000)
Das Stoneridge-Modell vereinfacht die Erfassung durch die Funktion „Ruhe bis jetzt“. Bei der Analyse von Tachographen-Dateien sehen wir hier weniger Nutzerfehler, aber es ist essenziell, nach der Bestätigung der Ruhezeit immer das Startland korrekt zu validieren.
| Aktion | Symbol | Anwendung |
|---|---|---|
| Ruhezeit | Tägliche/Wöchentliche Ruhezeit oder Pausen. | |
| Andere Arbeiten | Beladen, Reinigen, Wartung oder Lagerarbeit. | |
| Bereitschaft | Wartezeiten an der Rampe oder Fährüberfahrten. |
Kapitel 3: „Hämmer“ außerhalb des LKWs erfassen
Ein schwerer Fehler ist es, alles als Ruhezeit zu verbuchen, wenn Sie tatsächlich außerhalb des Fahrzeugs gearbeitet haben. Haben Sie vor Fahrtbeginn logistische Aufgaben erledigt, müssen Sie den Schalter auf „Andere Arbeiten“ stellen. Dies ist entscheidend für die korrekte Abrechnung nach Arbeitszeitgesetz und zur Einhaltung der 60-Stunden-Woche.
Was tun bei einem Fehl-Nachtrag?
Haben Sie versehentlich „NEIN“ gewählt, kann der Eintrag auf der Karte nicht gelöscht werden. Die technische Lösung: Erstellen Sie sofort einen 24h-Ausdruck des Fahrers, notieren Sie den Fehler handschriftlich auf der Rückseite, unterschreiben Sie ihn und führen Sie ihn mit. Dies belegt Ihren „guten Glauben“ bei einer Straßenkontrolle.
Wann es Pflicht ist — und in welcher Reihenfolge das Gerät es erwartet
Der manuelle Nachtrag ist keine Formsache: Er füllt die Lücke zwischen dem Ziehen und dem erneuten Stecken der Karte. Bleibt diese Lücke leer, liest sie sich für die Kontrolle nicht als «Ruhezeit», sondern als nicht belegte Zeit — und genau das wird geahndet.
Wann Sie verpflichtet sind
Artikel 34 Absatz 3 der Verordnung (EU) 165/2014 ist eindeutig: Wenn ein Fahrer sich vom Fahrzeug entfernt hat und den Fahrtenschreiber deshalb nicht benutzen kann, sind diese Tätigkeiten manuell und nachträglich einzugeben. Das betrifft alles, was bei gezogener Karte passiert: die Nacht im Hotel, der Tag als Beifahrer, der Vormittag in der Werkstatt, die Schicht im Lager. Nicht nur lange Ruhezeiten.
Das Länderkennzeichen — am Anfang und am Ende
Das ist der Punkt, der die meisten Bußgelder verursacht und am wenigsten Mühe kostet. Einzugeben sind das Symbol des Landes, in dem Sie Ihre tägliche Arbeitszeit beginnen, und das des Landes, in dem Sie sie beenden. Zusätzlich kann ein Mitgliedstaat von Fahrern in seinem Hoheitsgebiet verlangen, genauere geografische Angaben als nur das Land zu ergänzen. Im grenzüberschreitenden Verkehr ist das weder optional noch später reparierbar — es gehört sofort eingegeben.
Die Reihenfolge, die der Fahrtenschreiber erwartet
Beim Stecken der Karte fragt das Gerät, ob Sie Tätigkeiten nachtragen wollen. Das ist der kritische Moment: Wer «nein» wählt, wird nicht erneut gefragt — und die Lücke später zu schließen wird deutlich schwieriger. Der richtige Ablauf: bestätigen, die Uhrzeit der letzten Entnahme prüfen, die Blöcke nacheinander setzen — Ruhezeit, andere Arbeiten, Bereitschaft — bis zur aktuellen Uhrzeit, und abschließen. Nehmen Sie sich die Minute im Stand; in Eile entstehen die meisten Fehleingaben.
Was passiert, wenn Sie es lassen
Fehlende Nachträge sind ein Verstoß, dessen Gewicht mit der Größe der Lücke wächst. Bei langen Zeiträumen ganz ohne Angaben rückt die Bewertung in den schwersten Bereich. Die Logik der Kontrolle ist einfach: Ist nicht dokumentiert, was Sie getan haben, lässt sich auch nicht bestätigen, dass Sie geruht haben. Und ein Zweifel geht nicht zu Ihren Gunsten aus.
Die Tätigkeitsbescheinigung für das, was die Karte nicht abdeckt
Manche Lücken lassen sich per Nachtrag nicht sauber belegen: Urlaub, Krankheit, längere Freistellungen oder Zeiten am Steuer eines ausgenommenen Fahrzeugs. Dafür gibt es die Bescheinigung von Tätigkeiten, ein vom Unternehmen unterschriebenes Formular über diese Tage. Sie ersetzt den täglichen Nachtrag nicht, aber sie rettet Sie, wenn bei einer Kontrolle ein ganzer Monat ohne Aufzeichnungen infrage steht.
Kapitel 4: Besonderheiten beim Smart Tachograph V2
Zwar registriert die Version 2 das Land automatisch via GNSS, fordert aber dennoch die manuelle Bestätigung von Start- und Zielland der Schicht. Das Unterlassen dieses Schrittes wird im Jahr 2026 als Formfehler gewertet und kann bei Betriebsprüfungen durch das BALM zu empfindlichen Bußgeldern führen.